Seit Beginn des Jahres ist Ralf Janke bei der Jugendfeuerwehr Bierhütte dabei und wirkt aktiv bei den Übungen mit. Ralf Janke ist Mitte 50 und lebt im Caritas Wohnheim St. Elisabeth für Menschen mit geistiger Behinderung in Spiegelau. Ganz begeistert erzählt er von seiner Ausbildung und den Übungen, bei denen er vieles lernen durfte und neue Menschen kennen gelernt hat.Dabei vergisst man fast, welchen Hintergrund er mitbringt.

 

Möglich gemacht hat dies Franziska Küttner, Heilpädagogische Fachkraft bei der Caritas und die Schwester des 1. Kommandanten der Feuerwehr Bierhütte Matthias Küttner. Zusammen mit ihrem Bruder hat sie ein Konzept zur Inklusion von Ralf Janke in die Jugendfeuerwehr entwickelt. In gemeinsamen Absprachen mit dem Kreisbrandinspektor für den KBI-Bereich West und Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Thomas Thurnreiter wurden die Rahmenbedingungen festgelegt.

 

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – sollte überall dabei sein können, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Dorfleben oder im eigenen Wohnviertel, in der Freizeit.

Bereits 2011 hat der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) eine Stellungnahme veröffentlicht, die Inklusion im Feuerwehralltag fordert. Darin heißt es unter anderem: „Künftig müssen die Feuerwehren ihr Augenmerk noch mehr darauf legen, die individuellen Stärken der ehrenamtlich Tätigen zu berücksichtigen. So können auch Menschen mit Handicap ein echter Gewinn für Freiwillige Feuerwehren sein, dort sinnvolle Tätigkeiten verrichten und voll in das Gruppenleben integriert werden.“


 

Ganz vorne dabei in Sachen Inklusion sind die Jugendfeuerwehren in Deutschland. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass immer Einzelfallentscheidungen nötig sind, so muss die „Mitwirkung von behinderten Menschen in den Feuerwehren“ auf vertretbaren Entscheidungsgrundlagen basieren.

 

In erster Linie geht es hierbei um die Eingliederung der einschränkten Menschen in die Gemeinschaft und erst sekundär um den feuerwehrtechnischen Dienst. Diese Menschen  freuen sich einfach nur, dazuzugehören und das merkt man auch bei Ralf Janke.
Natürlich ist damit ein gewisser Aufwand verbunden, da Ralf Janke bei den Übungen durch die Mitarbeiter der Caritas betreut werden muss. Vorherige Absprachen sind ebenfalls erforderlich, um zu verhindern, dass er sich selbst überfordert oder einer Gefahrensituation ausgesetzt wird. Leichtere Aufgaben jedoch, wie das Verstauen von Schläuchen im Feuerwehrauto oder das Bedienen des Handfunksprechgerätes sind ihm mittlerweile vertraut.

Auch Jugendwart Stefan Wagner steht voll hinter der Sache, familiär bedingt hat er zudem Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen. Er betonte, dass es genauso wichtig sei, dass alle Angehörigen der Jugendfeuerwehr Bierhütte bereit sind, etwas mehr Aufwand zu investieren, um auch Menschen mit Handicap an der
Kameradschaft in der Feuerwehr teilhaben zu lassen. Dass dies möglich ist, zeigt das Beispiel Ralf Janke.

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